‚Immer WEITER mit der BILDUNG – Mediale Lernkulturen im höheren Erwachsenenalter‘

Leipzig | 23./24.06.2017 | 7. Jahrestagung des ‚Gesellschaft – Altern – Medien e.V.‘

 

Tagungsteam: Clemens Schwender & Claudia Kuttner

Kontakt: info@gesellschaft-altern-medien.de

 

> Call for Papers (PDF)

 

In der Arbeitswelt steigt der Druck, Wissen und Können permanent aktuell zu halten und zu erweitern. Weiterbildung soll garantieren, mit Blick auf technische und organisatorische Entwicklungen anschlussfähig zu bleiben. Mit dem Ruhestand sollte sich dieser Druck zwar reduzieren, doch auch »Senior/-innen« werden zahlreiche Möglichkeiten offeriert, neues Wissen und Können anzueignen. Dabei werden Themen bedient, für die man – so die Annahme – nach dem Austritt aus dem Berufsleben und vor dem Hintergrund sich verändernder familiärer Strukturen mehr Zeit und Muße findet. Psychologie, Literatur, körperliche und geistige Fitness sind dabei ebenso umfassend vertreten wie Angebote, die ein Entdecken und Ausleben der individuellen Kreativität zu fördern vermögen.

Lebenslanges Lernen avanciert zunehmend zu einer auch politischen Forderung. In der »Strategie für Lebenslanges Lernen in der Bundesrepublik Deutschland« etwa veröffentlichte die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung 2004 Empfehlungen hinsichtlich der Unterstützung informellen Lernens, der individuellen Selbststeuerung von Lernprozessen und gezielter Kompetenzentwicklung sowie in Bezug auf eine neue Lernkultur auf der Basis einer Popularisierung des Lernens. In den Ausführungen finden sowohl Begrifflichkeiten wie »Selbstbestimmung«, »Selbstständigkeit« und »Selbstverwirklichung« Verwendung als auch Hinweise auf das Potential der wissens- und erfahrungsbasierten Mitwirkung Älterer »an der Gestaltung kultureller und gesellschaftlicher Entwicklung« (S. 29) sowie auf Möglichkeiten des Zuwachses bzw. Erhalts von Produktivität.

Medien spielen bei all dem nicht erst seit heute eine zentrale unterstützende wie impulsgebende Rolle. Dies scheint sich mit Blick auf Entwicklungen im Bereich der digitalen Medien zu potenzieren: So sind nicht nur Weiterbildungsmaßnahmen prominent, die im Sinne einer expliziten Förderung von Medienkompetenz auf eine aktive Teilhabe an einer Gesellschaft abzielen, die in großem Maße auf Informations- und Kommunikationstechnologie mit immer kürzer werdender Halbwertzeit setzt, sondern darüber hinaus auch Angebote, die das Potential digitaler Medien für das Anregen und Unterstützen von Bildungsprozessen Älterer zu nutzen wissen – oder zumindest glauben, dies zu tun.
    
Für den Verein »Gesellschaft – Altern – Medien« (GAM e.V.) sind mediale Lernkulturen mit Blick auf formelle wie informelle Bildungsprozesse Erwachsener höheren Alters von zentralem Interesse und thematischer Fokus der Jahrestagung 2017 in Leipzig.

GAM e.V. ist interdisziplinär ausgerichtet und setzt auf fachübergreifenden Austausch. Ziel ist es, Brücken zu bauen: sowohl zwischen wissenschaftlichen Disziplinen als auch zwischen Theorie, Forschung und Praxis. Der vorliegende Call richtet sich entsprechend an Wissenschaftler/-innen unterschiedlicher Disziplinen, die die Bedeutung von Medien in der bzw. für die (Weiter-)Bildung im Ruhestand sowie in der Phase des Übergangs vom Arbeitsleben in den Ruhestand untersuchen und ihre Ergebnisse auch aus der Perspektive der Praxis diskutieren möchten. Eingeladen sind überdies Präsentationen über Angebote, Projekte und Initiativen aus der Praxis.

 

Unter anderem sind folgende Fragestellungen im Kontext der Auseinandersetzung denkbar:

  • Wodurch sind lebenslange Bildungsprozesse fernab beruflicher Karriere motiviert und angeregt? Welche Bedeutung haben diese für Alter(n)sdiskurse bzw. wie werden sie innerhalb dieser verhandelt?
  • Welche Bildungskontexte und Lehr-Lern-Settings konnten sich in der Erwachsenenbildung bisher (noch nicht) etablieren? Welche Potentiale und Herausforderungen sind mit dem Einsatz digitaler Medien im Rahmen von Weiterbildungsangeboten für Ältere verbunden?
  • Wodurch zeichnen sich »mediale Lernkulturen« in formellen wie informellen Bildungskontexten älterer Menschen aus?
  • Finden Erkenntnisse etwa der psychologischen Altersforschung oder der Entwicklungspsychologie der Lebensspanne bereits ausreichend Berücksichtigung, wenn es um die Chancen und Grenzen des Lernens im Alter geht? Welche Herausforderungen stellen sich (auch in generationenübergreifenden Arrangements) seitens der Beteiligten?
  • Welche methodischen Zugänge eignen sich zur Annäherung an das Themenfeld?

 

Kolleg/-innen, die sich mit einem Beitrag einbringen möchten, werden gebeten, bis 19. Februar 2017 einen Abstract (max. 3.000 Zeichen inkl. Leerzeichen) via Mail einzureichen an: info@gesellschaft-altern-medien.de

Die Begutachtung der Abstracts und die anschließende Rückmeldung an die Referent/-innen erfolgt bis zum 06. März 2017. Eine Veröffentlichung der Beiträge im Rahmen eines Tagungsbandes in der Schriftenreihe des GAM e.V. wird angestrebt.
 
Der Tagungsbeitrag beträgt inkl. Verpflegung 80€/ermäßigt 50€.